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Das Forschungs- und Publikationsprojekt widmet sich dem Abt Giovanni a Prato, der ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine zentrale Rolle in Politik, Kultur und Journalismus des Trentino spielte und zudem enge Verbindungen sowohl zur italienischsprachigen als auch zur mitteleuropäischen Welt pflegte. In den Jahren 1848/49 war a Prato Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung sowie des Wiener und des Kremsierer Reichstags. Später, in den 1870er-Jahren, gehörte er dem österreichischen Reichsrat an. Politisch stand er den Linksliberalen nahe und setzten sich insbesondere für die Verwaltungs- und Landtagsautonomie des italienischen Tirols sowie für zentrale Anliegen der liberalen Agenda, darunter die Trennung von Staat und Kirche, ein.
A Prato gründete mehrere Zeitungen und war Mitarbeiter zahlreicher italienischsprachiger Periodika. Zudem wirkte er als Lehrer, Mäzen und als Übersetzer aus dem Deutschen und Hebräischen. Der Journalist Claus Gatterer bezeichnet a Prato als einen „Zwischenmenschen“, der zwischen den politischen, religiösen und kulturellen Welten des italienischen und deutschen Sprachraums vermittelte.
Trotz seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit existiert bislang nur wenig Forschung zu a Prato; zudem ist diese meist älteren Datums. Besonders fehlen eine aktuelle, philologisch fundierte Edition, die sein quantitativ wie qualitativ herausragendes journalistisches, privates (z. B. Briefe) und politisches Schaffen dokumentiert.
Ziel des Projektes ist die Publikation einer kommentierten Auswahl seiner Schriften und Reden in drei separaten Bänden: Briefe; 2. Journalistisches und kulturelles Schaffen; 3. Politische und andere Reden.
Das Projekt ist aus einer Kooperation zwischen dem Zentrum für Regionalgeschichte, der Accademia Roveretana degli Agiati und der Società di Studi Trentini di Scienze Storiche hervorgegangen.